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Pelletsindustrie diskutierte Rahmenbedingungen und Marktausblicke

Auch in diesem Jahr fanden sich internationale Experten der Pelletsbranche ein, um über Marktentwicklung, politische Rahmenbedingungen und nachhaltige Produktion von Pellets zu diskutieren.
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Solar Promotion

 

PFORZHEIM/MÜNCHEN. - Vom 11. bis 12. Juni fanden sich rund 250 Teilnehmer aus 27 Nationen in München ein, um sich mit den internationalen Experten der Pelletsbranche über die weltweiten Märkte, aktuelle Rahmenbedingungen, das ENplus-Zertifikat sowie über die effiziente und nachhaltige Produktion von Pellets auszutauschen.

Das ist die Bilanz des 14. Industrieforum Pellets, einer der führenden Veranstaltungen der Pelletsbranche weltweit. 2015 fand das Industrieforum Pellets erstmals gemeinsam mit der ENplus-Konferenz und dem 3. Internationalen ENplus Auditor-Workshop in München statt.

Trotz der beiden vorangegangenen milden Winter, die zu einem vorübergehenden Absatzrückgang führten, sieht die Branche die internationale Marktentwicklung grundsätzlich positiv. Teilweise kritisch diskutiert wurden die Auswirkungen der 2. Stufe der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) und des Energieeffizienzlabels auf den Markt.

Das neu überarbeitete Marktanreizprogramm (MAP) für Erneuerbare Wärme lässt spürbare Impulse für Deutschland erwarten. Aber auch im übrigen Europa ist der Markt in Bewegung. Seit die britische Regierung auch für private Heizungen mit Erneuerbaren Energien einen Wärmetarif zahlt, hat sich die Zahl der neu installierten Biomasseheizanlagen von jährlich 275 auf 5.400 erhöht. Auch in Österreich haben die Bundesregierung sowie einige Bundesländer die Förderung für den Austausch einer fossilen Heizungsanlage durch eine Pelletsheizung angehoben – allein der Bund beispielsweise von 1.400 auf jetzt 2.000 Euro.

Gesetzliche Rahmenbedingungen bestimmen den Markt

Ebenso wie die staatliche Förderung bestimmen die gesetzlichen Rahmenbedingungen jetzt und in Zukunft den Markt. Zwar wird das Energieeffizienzlabel für Biomassekessel in Deutschland erst 2017 eingeführt, doch Hersteller und Experten äußerten sich dazu schon vorab skeptisch. Denn vor allem im Vergleich unterschiedlicher Energieträger sei das Label hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit wenig aussagekräftig. Dem direkten Kundenkontakt und der Beratung durch den Handwerker werde daher hin Zukunft eine noch größere Bedeutung zu kommen, so Alexander Weissinger von der KWB (Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH). Dies gilt vor allem, da nicht nur die Einzelgeräte durch Energieeffizienzlabel ausgezeichnet werden. Für komplette Heizungssysteme erstellen Handwerker und Monteure so genannte Verbundanlagenlabels. Die Pelletskesselhersteller müssen deshalb ihre Handwerkspartner durch Schulungen und Hilfsmittel in Zukunft verstärkt unterstützen.

Kritische Bewertung der 2. Stufe der 1. BImSchV

Auch die verschärften Anforderungen der 2. Stufe der 1. BImSchV wurden kritisch diskutiert. Dabei stellen sich die Holzkesselhersteller nicht gegen die Einführung strenger Emissionsgrenzwerte. „Hochwertige Holz- und Pelletskessel unterschreiten bei den standardisierten Typprüfungen bereits heute die geforderten Grenzwerte“, so Martin Ecker, Geschäftsführer der HDG Bavaria GmbH. Er stellte zugleich dar, dass eine Messung der Emissionen im Feld und der Nachweis der Einhaltung der Emissionen durch den Schornsteinfeger Qualitätsmerkmale für das Produkt darstellen. Martin Ecker sieht das Hauptproblem darin, dass bei der Praxismessung durch den Schornsteinfeger die Betriebs- und Messbedingungen der Typenprüfung nur schwer nachzubilden und mit vielen Unwägbarkeiten, wie zum Beispiel der Qualität des eingesetzten Brennstoffs, verbunden seien. Deshalb sei es wichtig, für die Praxismessungen vor Ort verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die bundesweit einheitlich gehandhabt werden.

Um den Schwankungen durch unterschiedliche Brennstoffqualität gerecht zu werden, hat die VDI-Messtechnikarbeitsgruppe kurz vor Jahresende 2014 noch einen Brennstoffunsicherheitsfaktor von 7 mg Staub/m³ in die Messvorschriften aufgenommen. Unter Berücksichtigung dieses Faktors hielten rund 93 Prozent der Pelletsfeuerungen bei einer ersten, stichprobenartigen Erhebung der seit 1. Januar 2015 neu errichteten Anlagen in Bayern die Staubgrenzwerte ein. Der Brennstoffunsicherheitsfaktor stößt jedoch auf Kritik. Zwei Bundesländer haben bereits Einspruch gegen diese Vorgehensweise erhoben, einige weitere sehen sie kritisch und prüfen, die Sonderregelung nicht in die Regelungen auf Landesebene zu übernehmen. Für Schornsteinfeger und Branche gleichermaßen ein Problem, mit dem sich nun der Ausschuss zur Richtlinienverabschiedung beim VDI befassen muss.

Mehr Effizienz in der Pelletsproduktion

Neben der Marktentwicklung und den Rahmenbedingung lag ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem Thema Energieeffizienz in der Produktion. Das Thema zielt nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit. Es gilt auch gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, beispielsweise in Österreich. Gerald Kreuzhuber von der Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH stellte ein neues, nachrüstbares Wärmerückgewinnungssystem für Bandtrockner vor. Dadurch lässt sich die Emission von Staub senken und der thermische Energieverbrauch bei der Spänetrocknung um 40-60 Prozent reduzieren. Durch eine Kondensationsanlage für Rauchgase, die Roger Stahel von der IS SaveEnergy AG vorstellte, lässt sich die Wärmeeffizienz bei der Produktion um 40-50 Prozent steigern.

Zertifizierte Qualität: Die ENplus-Konferenz

In diesem Jahr veranstaltete das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) erstmalig eine ENplus-Konferenz im Rahmen des 14. Industrieforum Pellets. Dabei tauschten sich nationale und internationale Fachleute über die Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung des ENplus-Zertifikats im deutschsprachigen Raum aus. Das vom DEPI eingeführte Zertifikat kontrolliert die gesamte Bereitstellungskette von der Herstellung bis zur Anlieferung beim Endkunden und bietet damit eine hohe Qualitätssicherheit und umfassende Transparenz. Neben den Fortschritten in der ENplus-Zertifizierung und aktuellen Kampagnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stand die Vorstellung des neuen ENplus-Handbuchs im Fokus. „Die wichtigsten Änderungen betreffen die Umstellung auf die Grenzwerte der neuen internationalen Qualitätsnorm für Pellets (ISO 17225-2), die im letzten Jahr veröffentlicht wurden. Darüber hinaus war es notwendig, das System an neue Geschäftsmodelle im Pellethandel anzupassen“, erläuterte Jakob Bosch, Fachreferent beim DEPI

Weitere Informationen finden Sie online unter: www.pelletsforum.de.